Folgt man vom Brightoner Bahnhof die Hauptstraße, kommt man zum Meer.

Während meiner sechstägigen London-Reise im August 2024 machte ich einen Tagesausflug mit der Bahn nach Brighton. Die Zugfahrt mit Southern Railway von London nach betrug gerade mal ziemlich genau eine Stunde. Preis: Schlappe 10 Euro pro Ticket, ein Sonderangebot, da einmal umsteigen in Hove, was aber bereits zu Brighton gehört. Direktfahrten zum Hauptbahnhof sind gerade zur Hauptverkehrszeit gerne dreimal so teuer. 

Brighton ist definitiv eine tolle Stadt! Direkt an Englands Südküste liegend, bietet die Stadt mit Meer und Strand ein ganz anderes Flair als London. Ok, der Strand besteht nicht aus Sand, sondern aus Kieselsteinen, trotzdem kommt hier im Sommer absolutes Urlaubs-Feeling auf. Bekannt ist Brighton auch für seinen legendären Pier.

Brighton Strand

Brighton Palace Pier

Brighton Strand & Palace Pier
Brighton Strand & Palace Pier

Der Brighton Palace Pier wurde bereits 1899 eröffnet. Hier befindet sich eine Kirmes mit Achterbahn, Riesenrutsche (genannt „Helter Skelter“ – der gleichnamige Beatles-Song bezieht sich auf diese Rutschenart), sowie unzählige sogenannter Münz-Schiebemaschinen. Bis zur Recherche zu diesem Artikel wusste ich gar nicht, wie man solche Maschinen überhaupt nennt und ob ich die jemals in Deutschland gesehen hab. Wenn ja, dann ist das sehr lange her. Durch Einwurf von Münzen versucht man einen bereits in der Maschine befindenden Berg aus Münzen über den Rand zu stoßen. Ich glaube, ich habe noch nie soviel Automaten dieser Art auf einen Fleck gesehen. 

Die Helter Skelter-Rutschbahn
Sogenannte Münzschieber-Automaten (Coin Pusher) gibt es auf dem Brighton Pier unzählbar viele.

Hafenviertel „Marina“ und weiße Kliffs

Etwa 2 Kilometer südlich vom Pier befindet sich das noch recht neue Hafenviertel Marina. Hier gibt es ein Einkaufsviertel, Restaurants, Segelschiffe und Yachten, zudem kann man hier entlang der typisch englischen weißen Kliffs spazieren.

Weiße Kliffs am Ostrand von Brighton.

Brighton Royal Pavilion

Wirkt schon fast surrealistisch: Der Royal Pavillon in Brighton.

Der in der Innenstadt stehende Royal Pavilion wurde von 1815 bis 1823 gebaut und diente damals als königliche Sommerresidenz. Georg IV, der damalige Prince of Wales, ließ sie errichten. Das Gebäude sieht absolut surreal aus und wirkt sehr orientalisch, was kein Zufall ist, da Georg Fan dieser Region war. 

Quadrophenia Ally – Mods vs Rockers (Brighton 1964)

Diese enge Gasse ist bekannt durch den Film „Quadrophenia“.

Dann gibt’s in Brighton noch eine ganz schmale Gasse, die britische Filmgeschichte geschrieben hat. Im Jahr 1979 wurde der englische Film „Quadrophenia“ veröffentlicht, der in den 60ern spielt und die damals tatsächlich existierende Subkultur der Mods in London und Brighton zeigt. Junge Leute mit Anzügen und Parkas, die gerne auf ihren Rollern durch die Gegend düsten und in Clubs bei Beat- und Soulmusik die Nacht zum Tag machten. Auf ihren Jacken trugen die Mods gerne das Logo der Royal Air Force, dem roten Kreis im blauen Ring. Und immer wieder gab es Schlägereien mit den verfeindeten Rockern.

In Brighton kam es 1964 tatsächlich zu einer Massenschlägerei zwischen Mods und Rockern, was auch im Film gezeigt wird. Hier gibt es eine englischsprachige Doku über die damalige Feindschaft zwischen beiden Subkulturen. In „Quadrophenia“ läuft der Protagonist Jimmy dabei zweimal durch die enge Gasse in Brighton, die seit dem Film „Quadrophenia Alley“ genannt wird. Hier ein Clip aus dem Film:

Die Gasse befindet sich zwischen East Street und Little East Street in der Nähe der Strandpromenade von Brighton. Direkt nebenan gibt es eine Boutique, die ebenfalls „Quadrophenia Ally“ heißt und Mod-Klamotten verkauft. Nett, aber nicht mein Stil.

Wer den 60er Jahre-Mod-Stil mag, wird in der Boutique „Quadrophenia Alley“ fündig.

Übrigens: Während in den 60ern „Mod“ in Deutschland kaum ein Begriff war, löste der Film „Quadrophenia“ dann auch ab 1979 hier eine Mod-Welle aus. Vor allem in Hamburg kam es in den 80ern immer mal wieder zu regelrechten Straßenschlachten zwischen Mods, Rockern, Punks, Skins, Teds und Hooligans.

Weitere Tipps für Brighton

Ein Tag reicht natürlich nicht aus, um in Brighton alles zu sehen, was interessant ist. Hier noch einige Tipps.

Brighton i360

Brighton Tipps: i360
Die Aussichtskapsel fährt nach oben: Das Brighton i360

Der Brighton i360 ist ein 162 Meter hoher Aussichtsturm, welcher sich am Strand westlich vom Brighton Pier befindet und von 2014 bis 2016 gebaut wurde. Seine kapselartige und verglaste Plattform ist vertikal beweglich und wird zwischen Boden und einer Höhe von 138 Metern hinauf- und heruntergefahren. Der i360 ist der höchste Aussichtsturm im Vereinigten Königreich und hat nach dem Hochhaus The Shard in London die zweithöchste öffentlich zugängliche Aussichtsplattform des Landes. Inzwischen ärgert es mich ein bisschen, dass ich nicht drauf bin. Ist wohl doch ein ziemliches Must-do. Einerseits wollte ich mir die 20 Pfund sparen, andererseits ist es zum Fotografieren wirklich nicht so top, da ich auf Fotos gesehen habe, dass die Fensterscheiben stark spiegeln. Aber eine coole Erfahrung ist es sicherlich trotzdem. Die Dauer beträgt knapp 30 Minuten und es gibt im Brighton i360 auch eine Cocktailbar.

Upside Down House – Brighton

Nicht weit weg vom Brighton i360 befindet sich das Upside Down House. Ein kleines Haus, das auf dem Kopf steht. Das gilt auch für die Inneneinrichtung. Wahrscheinlich kein Must-do, aber für Familien mit Kindern sicherlich ganz witzig zum Fotografieren.

Brighton Beach bei Sonnenuntergang

Brighton – eine absolute Empfehlung!

Brighton bietet mit seinem Strand, Pier, dem Hafenviertel, sowie die für England typischen weißen Kliffs sehr viel Abwechslung und Urlaubs-Atmosphäre! London mit Brighton zu kombinieren, kann ich nur empfehlen, da die Fahrtzeit nicht der Rede wert ist und man so zwei total verschiedene Eindrücke von England bekommt.

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